AUSSTELLUNGEN | exhibitions

ULRIKE ANKIRCHNER, mixed media auf leinwand  


ALOYS RUMP,  Hirnschalen, keramische Modelliermasse u.a.


SUSCHA KORTE, Öl auf Dibond und Leinwand u. a.


MANFRED BINZER, Öl auf Leinen und Holzschnitt auf Bütten


AS IF …

Ausstellung AS IF … in der  

HLP Galerie, Sonntag, 23. September 2018

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AS IF …

Von weitem schauen die Bilder der Serie ’Aus großer Höhe‘ von ALOYS RUMP wie schwarz-weiß Aufnahmen von einem Flugzeug bei Anflug aus – wir sehen Straßen und Felder einer Stadt, obwohl Rump  weitestgehend in der Abstraktion bleibt; die Strukturen und Formen, die er mit Hilfe zunächst von Schiefermehl und zuletzt mit Marmorstaub, gemischt mit ein paar Farbpigmenten auf mehreren Lagen von Bütten schafft, basieren auf kollektiven Seh-erfahrungen. Dabei sind die Bilder verblasst, vergraut aufgrund eines gelblichen, grünlichen oder rötlichen Staubs. Die reliefartige Struktur, die durch den Gesteinsstaub zwei-, nicht dreidimensional wirkt, verbinden wir sofort mit einer digitalen Aufnahme von ganz oben. Die weitest gehende Monochromität wirkt Ruhe und Stille, auch wenn die Assoziationen häufig Richtung Kriegsschauplatz, Verwüstung oder Ruhe nach dem Sturm gehen. Weitere Artefakte sind die Hirnschalen von Rump, die er aus keramischer Modelliermasse erstellt hat und jeweils einer bekannten historischen Persönlichkeit zugeordnet hat, Mallarmé z.B., Goethe, Freud oder Marcel Duchamp. Die Außenseite präsentiert in aller Regel einen autografischen Text dieser VIP und die Innenseite ihr Portrait. Installiert ist die ziemlich authentisch ausschauende Hirnschale auf einem Spiegel in einem aufgeklappten Holzkasten, sodass beide Seiten zugleich zu sehen sind.

Wie ein einziges objet trouvé wirken vor allem ihre kleinen Werke, die sie in mixed media auf eine Leinwand gearbeitet hat, ein Stofffetzen mit einem Belag wie Asbest, auf dem ein Stück von einem Korbstuhlgeflecht liegt, eine abgeblätterte Mauerwand mit einem Stück gespannter Kordel und einem Papierfetzen mit der Aufschrift ‚out‘. ULRIKE ANKICHNER liebt Fundstücke, die sie bei ihren Spaziergängen sammelt und sie liebt es, in ihrer Malerei Gebrauchs- und Witterungsspuren zu zitieren, die sie häufig mit der Betonung von Vertikalen und Horizontalen, Punkten oder Linien strukturiert.

Es sind im weitesten Sinne Landschaften, die MANFRED BINZER in Öl auf die weiße Leinwand wirft – fast könnte man meinen, es handele sich um feine Acrylfarbe oder eine Gouache , denn die Farbflächen liegen zum Teil wie Schatten übereinander, ohne sich zu mengen und laufen in feinen Fäden aus dem Zentrum ihres Auftrags heraus, nicht selten horizontal statt vertikal. Die Farben sind beinah plakativ gesetzt, wobei sein Limonengelb, das Pink und das Lila unseren Seherfahrungen mehr widersprechen als das Wasserblau, Blattgrün oder Rose´ eines Rosenblatts. Sehr eigenständig sind auch seine Holzschnitte auf Bütten, wobei er auf einem Blatt bis zu 12 Druckstöcke übereinander bringt und es damit zu einem Unikat macht.

SUSCHA KORTE zitiert Fundstücke aus dem Alltagsleben, meist aus einem bestimmten Alltagsleben, z.B. dem unserer Nachbarin, die verstorben ist und immer von einem, bestimmten Teller gegessen oder aus einer bestimmten Tasse getrunken hat. Solche Alltagsrelikte erzählen ganze Geschichten und Korte zitiert diese Relikte in einer trompe-l’oeil-Manier , wobei sie diese aber bricht durch das Kollagieren anderer Versatzstücke wie z.B. den Begriff Glück in Neonschrift neben der  gemalten Rückseite eines Tellers. Das Alte, Vergängliche, Altmodische trifft sich so mit der Gegenwart, mit dem schreiend Mondänen oder dem Improvisierten, wie der Einkaufliste, die auf dem Stück abgerissener Tapete steht. Manchmal ist diese Liste allerdings schon so alt wie die Tapete selbst und gestochen fein in Sütherlin.-Schrift erstellt.


Afrikanische Kunst

TRIBAL ART Ausstellung

 Showroom TRIBAL ART

Showroom TRIBAL ART

Es ist immer noch nicht allgemein bekannt, wie entscheidend der Einfluss der Naturvölker auf die Kunst des 20. Jahrhunderts gewesen ist.
Ein Großteil der Werke der klassischen Moderne, der deutschen Expressionisten, der Fauves, der Kubisten und Surrealisten sind ohne die Entdeckung und Kenntnis der afrikanischen und ozeanischen Stammeskunst gar nicht denkbar – Künstler wie Pablo Picasso oder Max Ernst zitieren in ihrem Werk sogar die eine oder andere afrikanische Maske und Figur aus eigenem Besitz. Ob die schlanken Bronzen eines Alberto Giacometti, die abnormen Körperformen eines Fernando Botero oder die wie geschnitzt wirkenden Portraits eines Amedeo Modigliani – sie alle sind Beispiele für diesen Einfluss, der sich dann auch bei den ’neuen Wilden’, etwa bei A. R. Penck, Walter Dahnoder Helmut Middendorf erneut aufzeigen lässt.

 

 

Der ’Wüterich’ Georg Baselitz mit seinen wenn nicht wild, so doch grob gemalten, häufig auf dem Kopf stehenden Figuren hat eine namhafte, eigene Afrika-Kollektion.

Die in mehr als vier Jahrzehnten entstandene Sammlung von Hans-Leo Petric zeigt einen Querschnitt an Stilen und Themen der großen Bildhauer des schwarzen Kontinents. Von der Geistermaske des Ibo-Volks über den Mumuye-Wächter aus Nigeria, den Trommler der Bembe des Kongo bis zur Affenmaske der in Mali ansässigen Volksgruppe der Dogon, die Sammlung, die einmal 500 Objekte umfasst hat, wird in wechselnden Präsentationen gezeigt. Das eine oder andere Einzelstück wird aber auch in der Galerie während einer Ausstellung zeitgenössischer Kunst in Szene gesetzt. Alle Exponate sind käuflich zu erwerben.